fit & munter

Carbis Bay nach St. Just (via Morvah): hart, härter, am härtesten

Von Carbis Bay nach St. Just (South West Coast Path)

Tag 6:

  • 7:00h in Bewegung.
  • 32,8 km
  • 630 Höhenmeter

Wir starten locker in den Tag mit der Gewissheit, dass ich sich meine Berechnungen dieser Strecke aufgrund einer alten Planung komplett in Rauch auflösen und wir St. Just vermutlich erst in 10 Stunden erreichen werden. Zu viel mit dem Gepäck und den Höhenmetern der vergangnen Tage in den Muskeln. Wir schlendern also erst mal gemütlich durch St. Ives und füllen unsere Vorräte mit Wasser sowie Cornish Pastry auf. Schwere Munition für unsere Verdauung. Schwer scheinen heute auch unsere Rucksäcke.

Ab Zennor zeigt sich die Gewissheit, nach St. Just schaffen wir das so nie. Hinter jeder Biegung oder Landzunge nötig uns der Weg zuerst runter ans Meer abzusteigen und danach gleich wieder die gleiche Anzahl an Höhenmeter abzuverlangen. Nach ein paar Stunden hängt dies ganz schön an. Zudem ist es nun endlich sommerähnlich schön geworden und die Sonne brennt, obwohl nur 18 Grad Luftemperatur, ziemlich vom Himmel. Der Schweiss läuft in strömen.

Trotz körperlicher Anstrengung ist es ein wunderschöner Tag der es uns sogar erlaubt, unser heissen Füsse in einem kalten Bach abzukühlen. Mann ist das schön; und diese Ruhe, denn zum erstem Mal auf dieser Wanderung ist die nächste Strasse wirklich weit weg. Zwischendruch sehen wir Seals, welche sich trotz Brandung äusserst entspannt im Wasser lungern.

Kurz vor Morvah – ein miniatur Städtchen oder Weiler – fühlen wir uns eigentlich gar nicht mehr so erschlagen, trotzdem wagen wir den Versuch, den vermeindlich letzten Bus des Tages dort zu erwischen und uns die letzten 3,8 Meilen, immerhin über eine Stunde zu Fuss der Strasse entlang, in ca. 15 Min. mit dem Bus abzukürzen . Wir biegen vom SWCP ab und schlagen uns durch Meter hohe Brennesseln. Eigentlich ein Weg, der aber kaum unterhalten scheint. Morvah, mitten im Nirgendwo, besteht wirklich nur aus einer alten Kirche und zwei drei Häuser drumherum gebettet. Die Bushaltestelle ist eine Telefonzelle und tatsächlich, ein Bus erscheint und hält auf unsere Handzeichen. Halleluja …

Wenige Minuten später sind wir an unserem Zielort St. Just (Penzance) angelangt. Ein nettes kleines, typisches Dorf mit wenigen Pubs und Restaurants. Wir entschliessen uns, unsere hungrigen Mägen bei Jeremy’s Fish & Chips zu füllen. Entweder gibt es weit und breit keinen weiteren Fish & Chips Laden oder dieser hier ist weitherum bekannt. Auf jeden Fall heisst dies zuerst einmal Schlange stehen, bis wir irgendwann mal aufgerufen werden. Alles in allem hat es uns trotz windigkaltem und regnerischem Wetter gefallen, hier draussen zu essen.

Danach gingen wir schnurstracks zu unserer Airbnb-Gastgeberin Stephanie. In einem netten, kleinen typsich englischen Haus konnten wir ein Zimmer beziehen. Man lebt hier wirklich sehr eng aufeinander, alles ist sauber und heimelig.

 

 

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