fit & munter

Luxemburg 1/2-Marathon 2008

Kurzfazit
Organisation: sehr gut
Streckenführung: die 1/2-Marathon Strecke ist weniger attraktiv
Profil der Strecke: meistens gut ausgebaute Strassen; mässig und wenige Steigungen
Besonderes: bombastischer Zieleinlauf in der Messehalle

Stadt: absolut sehenswert

Am 1.5. war es soweit:
per Zug ging es vom Bahnhof Basel SBB direkt nach Luxembourg/Luxemburg zum Marathon Night Run vom 3.5.2008 – 3. ING europe-marathon luxembourg 2008 (www.ing-europe-marathon.lu).

Damit wir dieses Männer-Weekend endlich mal ohne wochenlange intensive Trainingsvorbereitungen geniessen konnten, verzichteten wir auf eine Teilnahme am «vollen» Marathon und haben uns nur für die Hälfte der Distanz eingetragen. Für uns üblicherwiese eine Distanz, die von uns quasi locker vom Hocker abgejoggt wird. Und so war es eigentlich auch dieses mal, obwohl uns die plötzliche Wärme, wohlgemerkt um 18h (!) Abends, doch gehörig zugesetzt hat.

Hier das Kurzfazit für «nur» Marathon-Interessierte:

Der Luxembourg-Marathon ist sowohl vor wie auch während der Veranstaltung sehr gut dokumentiert, bzw. organisiert. Die Organisation widerspiegelt in etwa die Sauberkeit dieser attraktiven Stadt und Anfragen werden umgehend und sehr zuvorkommend beantwortet (an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank Frau Hauser für Ihr grosszügiges Entgegenkommen) und ein Bravo an die gesamte Organisation.

Die Halbmarathon-Strecke hat mir persönlich jedoch nicht so gefallen. Führt sie doch grösstenteils von bzw. in «Kirchberg», einem Stadtteil unweit des Zentrums, über die Avenue J.F. Kennedy und über die grosse Brücke «Pont Grande-Duchesse Charlotte» in den Stadtteil «Limpertsberg», um dann erst für die letzten paar wenigen Kilometer einen Teil des Stadtzentrums zu durchlaufen. Im Zentrum übrigens trennen sich dann die Wege der 21,1 km bzw. 42,195 km unter grossem Zuschauerinteresse und verfolgt von unzähligen Übertragungskameras. Im speziellen die Satellitenstadt Kirchberg, mit den neuen Regierungsbüros und den quadratisch angelegten Strassen, war für meinen Geschmack aus läuferischer Sicht wenig interessant. Da das Interesse an 1/2-Marathons gehörig Aufwind hat ist nur zu hoffen, dass die Veranstalter dieser kürzeren Strecke zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken.

Der Marathon über die volle Distanz geht nach der Streckentrennung jedoch grösstenteils durch das touristische Luxembourg und wer zu dieser Zeit noch einigermassen fit ist, bekommt doch einiges zu sehen und zu hören (Samba-Festival an der gesamten Strecke). Die letzten der Mohikaner beissen die Hunde und müssen sich fast unbeachtet der Zuschauermassen noch um 23h durch die Strassen quälen.

Etwas aussergewöhnliches an diesem Marathon ist vielleicht, dass er Abends um 18h beginnt und in die Nacht dauert. Um 24h ist dann definitiv Schluss. Der Zieleinlauf befindet sich in der Messehalle EXPO42 in der Coque und quasi jeder Läufer wird wie Rocky Balboa im Scheinwerferlicht und Nebelschwaden wie ein Weltmeister empfangen. Ein tolles Gefühl.

Kein Marathon ohne Städtreise dies ist unser Reisemotto:
Wie schon erwähnt sind wir bereits am 1.5. mit dem Zug von Basel nach Luxembourg gedampft, um die Stadt noch etwas zu besichtigen. Unser reservierter SNCF-Bahnwagon schien aus den 70ern zu stammen. Modisch völlig deplatzierte Farben, uralte Stoffe und Vorhänge und bei jedem gröberen Bremsvorgang öffneten sich die Abteil-Schiebetüren von selbst ….. hm, krachten diese förmlich auf. Die Rückreise konnten wir dann aber in qualitativ hochwertigen SBB-Wagons, dafür aber vollgestopft bis unter das Dach mit Reisenden, antreten. Glücklich und intelligent diejenigen, die einen Sitz reserviert hatten. Absolut empfehlenswert!
(übrigens, trotz gefallener EU-Grenzen wurde bei der Heimreise von der Luxemburgischen Zollbehörde sehr genaue Kontrollen im Zug vorgenommen. Selbst Koffer wurden vor allen Reisenden geöffnet und durchsucht!)

In Luxembourg angekommen, beachte man den übersichtlichen, oder anders ausgedrückt, doch unspektakulären kleinen Bahnhof. Unser 4* Hotel, das City Hotel, lag nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Leider hat man uns bei der Reservation «vergessen» zu sagen, dass die Hütte zwecks Renovationsarbeiten komplett in Gerüste gehüllt ist. Trotz meiner Orientierungskünste und Erfahrung in vielen Städten dieser Welt, bin ich doch einige Minuten leicht verzweifelt vor dem Hotel rumgeturnt, bis ich unsere Location, getarnt von viel Gerüst, entdecken konnte. Kurz gesagt, für ein Viersterne-Hotel fand ich es zu teuer und im Detail stimmt die Qualität oft nicht. Details dazu kann mann/frau dann auf holidaycheck.de nachlesen. Es gibt sicher Besseres in Luxembourg zu finden.

Die Stadt Luxembourg ist unglaublich sauber. Die Topographie ist äusserst attraktiv uns sehenswert, durchzieht doch die Stadt einen grossen, langen Graben, notabene das Quartier Grund sowie Pfaffenthal, worin sich die Flüsschen Petrusse bzw. Alzette schlängeln und alles grünt und blüht und mitten in der Stadt fühlt man sich wie in einer Oase von Pflanzen und alten Gebäuden.

Stadtbesichtigung mit Fahrrad von veloh

Sämtliche Sehenswürdigkeiten sind problemlos und jederzeit zu Fuss zu erreichen und lediglich die absolute grandiose Idee der vel’oh (ein Mietfahrradnetz über die ganze Stadt verteilt) www.de.veloh.lu lässt sich die Stadt noch bequemer erkunden.

Tipp: Wer jede halbe Stunde das Velo an den dafür vorgesehenen Stationen/Boxen retourniert und ein neues an einer neuen Station holt, kann sich somit die Euro 1.-/Std. sparen. Das Geld an sich ist jedoch bestens investiert, da den Machern von vel’oh die volle Unterstützung gebührt.

Unterwegs in der Stadt:
Wie schon erwähnt ist alles bestens zu Fuss zu erreichen. Als Alternative gäbe es vel’oh oder sonst Busse. Am Abend vor dem Marathon fand das Samba-Festival in den Strassen statt. Unzählige Bands spielten bis spät in die Nacht. Die gleichen Bands begleiteten dann die Marathon-Strecke am folgenden Tag.

Was mann/frau gesehen haben sollte:
Die ganze Stadt, insbesondere der Stadtkern sowie die Aussenquartiere mit ihren alten Bauten und engen verträumten Gässchen, wo man sich noch im Mittelalter wähnt, sind sehenswert. Besonders zu bemerken ist vielleicht das UNESCO Welterbe «Die Kasematten». Eine in einen riesigen Felsen gehauene Festung, welche ursprünglich auf einer Burg als Grundlage für die Stadtgründung baut, zurückreicht.

Wo ich gut gegessen habe:
Selbstredent, dass es unzählige Lokale für jeden Geschmack gibt. Ob französische, lokale, mexikanische oder andere Küche; eine sehr gute Adresse inmitten des Zentrums, wo ich indisch Diniert und äusserst höflich bewirtet wurde, wäre diese:
«Star of Asia», Authentic Indian Cuisine, 19-25, rue des capucins, Luxembourg (www.starofasia.lu). Eine weniger gute Erfahrung musste ich am letzten Abend bei einem Griechen machen. Ich hatte noch tage danach etwas davon, aber ….. war vielleicht nur Pech.

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