fit & munter

Klettersteig-Kurs am Rotstock (Station Eigergletscher)

  • Schwierigkeit: K2, wenig bis mittel-schwierig.
  • Anforderung: durchschnittliche Kondition erforderlich
  • Gebiet: Berner Oberland, Eigernordwand

Links:

Im letzten Jahr bin ich bei einer Wanderung via Sustenhüttli, Leiterliweg zum Sustenpass über das Guferjoch auf den Geschmack des Klettersteigs gekommen (Post dazu später). Wer schon im Kletterwald rumgeturnt ist, kann sich in etwa vorstellen, wie die Sicherung an einem Klettersteig vorgenomen werden soll. Trotzdem bleibt eine gewissen Unsicherheit, insbesondere wenn man niemanden aus der Kletterszene fragen kann. In diversen Foren wird über den Sinn oder Unsinn eines Einführungskurses diskutiert. Ich denke, trotz Sicherung kann man sich bei unvorsichtiger Handhabung ernsthaft verletzten oder sogar umkommen. Ein erfahrener Bergführer war also gefragt.

So machte ich mich im Internet auf die Suche nach Klettersteig Kurse Schweiz und wurde bald fündig. Bekannte Schweizer Klettersteige wie in Braunwald, Melchseefrutt oder auch Grindelwald werden angezeigt. Ich habe mich dann für den Schnupperkurs Klettersteig der grindelwaldSPORTS entschieden. Dieser wird am Rotstock 2665m mit einem Dipl. Bergführer abgehalten und diverse Videos auf YouTube zeigten die Schönheit dieses Klettersteigs. Die Lust auf mehr war geweckt!

Das persönliche Telefonat sowie die Anmeldung gingen höflich, hilfsbereit und reibungslos vonstatten. Ein gelungener Start also für die grindelwaldSPORTS.

Treffpunkt Station Eigergletscher

Und so angenehm ging es auch den ganzen Klettertag weiter. Wir trafen uns um 9.40h an der Station Eigergletscher, welche man via Kleine Scheidegg erreichen kann. Auf die Kleine Scheidegg kommt man entweder von Lauterbrunnen/Wengen her (was etwas länger dauert) oder von Grindelwald Grund.

An der Station erwartete uns bereits der Bergführer Rolf Schlunegger, ein sympatischer Mann, der seine Bergführerausbildung im 2010 abgeschlossen hat. Unkompliziert wurde uns das Klettermaterial in die Hand gedrückt und schon machten wir uns auf den Weg zum Einstieg.

Weiter zum Rotstock

Von der Station Eigergletscher ging es nun weiter Richtung Eiger Trail, an dessem Weg, direkt vor der Eiger Nordwand, sich der Einstieg zum 260 Meter hohen Klettersteig zum Rotstock befindet. Und dieser Anblick hat es für Klettersteig-Novizen in sich. Beeindruckend! Und da sollten wir hoch?

Nun folgte die Instruktion in das nötige Material: Klettergurt anziehen, Klettersteig-Set montieren, Handhabung der Karabiner erklärt, Helm anziehen und wichtig sind auch die Handschuhe. Nicht zu dick, damit man die Leitern noch spürt. Das wars eigentlich schon und flugs gings im Gänsemarsch ab zur ersten Leiter.

Hoch die Leitern

Zuvorderst ging der Bergführer und erklimmte die ersten Leitern. Wir folgten ihm im jeweils entsprechend nötigem Abstand zum Vordermann. Das Tempo war sehr gemütlich, keine Hektik kam auf (ähnlich wie beim Tauchen) und liess jedem genügend Zeit, die Karabiner korrekt und sicher einzuhaken. Dominierten zu Anfang noch leichte Nervosität und gehörigen Respekt vor der Höhe, legte sich dies bei mir schon bald. Obwohl ich nicht schwindelfrei bin, hatte ich hier überhaupt keine Mühe damit. Das Klettersteiggefühl vom Guferjoch kam zurück und da ich dieses mal sogar gesichert war, war es ein reines Vergnügen. Unser Bergführer legte sich mit vollem Gewicht in die Sicherung und knipste noch laufend Fotos. Im oberen Teil erreichten wir noch ein Schneefeld, welches wir mit Hilfe von Eispickel und eigenem Sicherungsseil überwinden mussten. Danach durften die ersten schon selbständig voraus klettern, derweil Rolf das Material wieder zusammenlegte.

Viel zu schnell war das Ende des Klettersteigs erreicht. Plötzlich standen wir auf der Anhöhe (Rotstocksattel) und konnten den Spass nur noch kurz verlängern, in dem wir noch zum Gipfelkreuz hochgingen. Auf 2665m teilten wir den Platz mit den Bergdolen. Hier war nun das obligate Gruppenfoto angesagt und eine kurze Pause vor dem Abstieg über den mit Hochalpin gekennzeichneten Weg (weiss-blau-weiss) übers Geröllfeld. Hier wird absolute Trittsicherheit verlangt und ein paar Seile helfen über schwierige Passagen hinweg.

Zurück an der Station Eigergletscher verabschiedeten wir uns von einem tollen Klettersteigtag. Während der Rest der Gruppe wieder in den Zug stieg, beendeten wir diesen Bergtag mit einer Abschlusswanderung via Eiger Trail zum Berghaus Alpiglen. Dort assen wir noch gemütlich auf der Sonnenterrasse mit Blick auf Grindelwald. Um 18.48h zwängten wir uns dann zurück in der überfüllten Zug und den Alltag.

Fazit

Es war ein absolut gelungener Tag! Obwohl meine bessere Hälfte und ich keineswegs schwindelfrei sind, hatten wir mit der Höhe keine Mühe und haben das Klettern vollends genossen. Mit dazu beigetragen haben auch Rolf Schlunegger sowie grindelwaldSPORTS, bei welcher die Organisation und Durchführung tiptop geklappt hat. Unsere Empfehlung! 🙂

 

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